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Ausbruch aus einem Sanatorium.

Drei Pfleglinge und drei Ärzte werden vermisst.

Meetzen, 14. Februar

Genau 10 Jahre nach dem Unglück in dem Meetzener Sanatorium Sieben Eichen kam es erneut zu einem unheilvollen Zwischenfall in der gerade erst wieder eröffnete Nervenheilanstalt. Die Einwohner des kleinen Mecklenburgischen, von Leid geplagten Dorfes bemerkten schon am Abend des 13. Februar selbst für ein Sanatorium ungewöhnlich lautes Getöse. Als dies am nächsten Morgen immer noch nicht verstummte, riefen die Nachbarn die Polizei, die unverzüglich eintraf, so befürchtete man doch ein erneutes Unglück.

Auf dem Gelände des Sanatoriums und im Gebäude selbst begegneten die Beamten 21 Kranke sowie drei Pflegeschwestern, einen Wärter und den renommierten Psychoanalyst Dr. Heisterkamp. Nach Einsicht in die Akten wurde festgestellt, daß die übrigen 3 Pfleglinge entflohen waren. Auch von den Ärzten Dr. Mendel, Dr. Ibendorf und Dr. Granach fehlte jede Spur.

Eine Befragung der Anwesenden vor Ort wurde umgehend eingeleitet. Die Pfleglinge sprachen einheitlich davon, daß die Ärzte schlimme Versuche an ihnen ausprobierten. Von Stromstößen, Medikamtenversuchen und erniedrigenden Kaltduschen war die Rede. Bis zu diesen Aussagen konnten die Polizeibeamten noch folgen, doch dann berichteten die Pfleglinge von toten und dann wieder lebendigen Ärzten und von drei gespenstischen Wasserleichen, die seit dem Abend des 12. Februar in den Gemäuern herumwandelten.

Eine Durchsuchung des Hauses nach dem Verbleib der Ärzte verlief ergebnislos. Man fand jedoch im außerhalb gelegenen Kellereingang drei stark verweste, aber gefrorene Leichname. Nach den Kenntnissen des Amtsarztes mussten diese schon seit Jahren tot gewesen sein. Der Arzt mutmaßte, daß die Leichen aus der Friedhofserde herausgeholt und schließlich zum Sanatorium verbracht wurden. Nach Besichtigung des örtlichen Friedhofes vermutet man in den Leichen die Körper des Dr. Milbrandt, der Frau Imhoff und der Frau Goetzke, die für die gewaltsamen Ausschreitungen vor 10 Jahren, bei denen sie selbst den Tod fanden, verantwortlich waren.

Wie sie nun dorthin gekommen sind, konnte nicht glaubhaft von den Pfleglingen wiedergegeben werden. Stattdessen behaupteten sie, die Leichen hätten sich als Dr. Mendel, Dr. Ibendorf und Dr. Granach ausgegeben und sie gequält. Aus diesem Grund hätten sich die Pfleglinge nicht anders zu helfen gewusst, als die Ärzte zu ersäufen. In dem Zusammenhang ist auffällig, daß im Haus eine große Nässe vorherrschte. Der Boden und die Wände wurden augenscheinlich mit viel Wasser befeuchtet.

Schwer verständlich war den Polizeibeamten, daß die Aussagen der Pfleglinge von dem übrig gebliebenen Personal bestätigt wurde. Da die meisten Patienten und das Personal einen sehr verwirrten Eindruck machten, wurden sie vom Amtsarzt ruhiggestellt und bis zur Klärung der rätselhaften Ereignisse in andere Sanatorien überstellt.